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Seit dem Zerfall der Sowjetunion ist die Zahl der Straßenkinder in Osteuropa enorm angestiegen. Straßenkinder sind in unzähligen Vierteln anzutreffen. Sie halten sich an belebten Straßen und Plätzen auf oder leben in den Bahnhöfen großer Städte. Die Gründe für das Leben auf der Straße sind vielfältig: sozial schwache Familien, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, Gewalt oder Missbrauch. Straßenkinder werden schnell Opfer von Drogenmissbrauch, Prostitution und Verbrechen: Sie verlieren jeglichen Kontakt zu Freunden, zur Schule und letztlich zur Gesellschaft. Die Folge der Perspektivlosigkeit ist eine Realitätsflucht; fast alle Straßenkinder schnüffeln Klebstoff oder ähnlich berauschende Substanzen. Die Kinder leiden unter Gesundheitsproblemen wie Unterernährung, Hautkrankheiten, Magen-Darm-Infektionen und Tuberkulose. Umso schwieriger ist es, diese Kinder aus diesem Umfeld herauszuholen und sie wieder in ein normales Leben zu integrieren.
Wie hilft Childhood Straßenkindern? In Russland unterstützt Childhood die Organisation »Mission Possible«, die ein hervorragendes Modell entwickelt hat, um Straßenkindern zu helfen. Streetworker gehen in die Armenviertel und suchen den direkten Kontakt zu den Kindern. Sie geben ihnen Essen, Kleidung und laden sie ein, Tageseinrichtungen zu besuchen, in denen unterschiedliche Aktivitäten ebenso wie soziale Unterstützung angeboten werden. Wenn Kinder bereit sind, ihr Leben auf der Straße aufzugeben, werden sie in angegliederten Wohnheimen untergebracht. Ferien können die Kinder auf dem Bauernhof von »Mission Possible« in Jaroslav verbringen. »Mission Possible« arbeitet in Moskau, Jekaterinburg und St. Petersburg, wo mit Hilfe von Childhood jetzt auch eine nächtliche Auffangstation entstanden ist. Das Ziel dieser seit gut zehn Jahren mit großem Erfolg arbeitenden Organisation ist es, die Familien wieder zueinander zu bringen. Deshalb wird auch den Eltern Hilfe angeboten. In Valka, einer kleinen Grenzstadt in Lettland mit vielen sozialen Problemen, unterstützt Childhood das »Rote Kreuz« durch Präventionsarbeit für Kinder aus einkommensschwachen Familien. Viele von ihnen leben in schwierigen familiären Verhältnissen und enden oft auf der Straße. Im »Valka-Zentrum« können Kinder ihre Nachmittage verbringen und erhalten Unterstützung bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben. Sie werden animiert, neue Aktivitäten wie Computerkurse, Kunst oder Sport auszuprobieren. Am wichtigsten ist jedoch, dass sie lernen, mit anderen Menschen auszukommen, sich gegenseitig zu respektieren und die richtigen Entscheidungen für eine selbst bestimmte Zukunft zu treffen
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